Schweden 2015-1

Reisebericht – Auf den Spuren der Heiligen Schwedens 2015

Pilgerreise der Erzdiözese Freiburg

Freitag, 4.9.2015
Am Freitag, den 4. 9. starteten 18 Pilgerinnen und Pilger unter der Leitung von Evamaria Biel-Hölzlin, Referentin des diözesan Bonifatiuswerkes der Erzdiözese Freiburg und Rainer Moser-Fendel, dem Verantwortlichen für die diözesanen Pilgerreisen, ihre Pilgerreise auf den Spuren der Heiligen Schwedens. Am Flughafen von Stockholm wurden die Pilger vom Vertreter des Bonifatiuswerkes, Sebastian Schwertfeger, herzlich empfangen. Nach einer eindrucksvollen Stadtführung bezog die Pilgergruppe ihr Quartier im Gästehaus der Diözese Stockholm am Mälarensee. Dort wurde sie von Generalvikar Pater Pascale René Lung OP und der bischöflichen Assistentin Agnes Eggertz begrüßt.

Samstag, 5.9.2015
Am Samstagvormittag informiert der Rektor des Newman-Instituts, Pater Philip Geister SJ, über die Situation der Katholiken Schwedens, die dort in einer Migranten- und Diasporakirche leben. Dies erlebte die Gruppe konkret im anschließenden Familiengottesdienst in St. Lars in Form einer spürbaren Offenheit und Gastfreundschaft.
Eine engagierte Archäologin führte die Gruppe anschließend durch Vergangenheit und Gegenwart Uppsalas: von berühmten Königen bis zum ehemaligen UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld. Am Grab des heiligen Eriks bedachte die Gruppe in besonderer Weise des Lebens- und Glaubensweges des schwedischen Nationalheiligen.

Sonntag, 6.9.2015
Der Sonntag stand im Zeichen des heiligen Ansgars, des ersten christlichen Missionars des Nordens. Bei sintflutartigem Regen pilgerte die Gruppe per Schiff zur Insel Birka und zu Fuß zur Ansgarkapelle. Die eindrucksvollen Bilder auf den Portalen stellen seine Lebensvita lebendig dar. Durchnässt und versammelt um den heiligen Ansgar feierten die Pilgerinnen und Pilger die sonntägliche Eucharistie. Trotz des heftigen Regens war dieser Tag ein ganz besonderer. Der Regen trübte keineswegs die Stimmung. und am Abend stand über dem See dann ein Regenbogen.

Montag, den 7.9.2015
Durch die weite Landschaft mit ihren bereits abgeernteten Feldern, grünen Wiesen und tiefblauen Seen fuhr die Pilgergruppe weiter nach Vadstena – „Steinhaus am Wasser“- am Vätternsee. Hier hatte die Heilige Birgitta einen Palast von König Magnus Erikson geschenkt bekommen, den sie zum Kloster umbauen ließ, was ihre Tochter Katharina erst vollendete. Im Konvent der Birgittinnenschwestern informierte Schwester Monika-Clara über das Leben und den Alltag der Schwestern. Eigentlich ein kontemplativer Orden, werden die Schwestern doch oft von Suchenden und Fragenden aufgesucht. Auch beherbergen sie in ihrem schlichten Gästehaus immer wieder zahlreiche Pilgerinnen und Pilger. Die Pilgergruppe aus Freiburg nahm am Gebet der Schwestern teil. Die drei mitpilgernden Priester aus der Erzdiözese Freiburg feierten mit dem Konvent und seinen Besuchern die Heilige Messe, was eine besondere Freude für den Konvent ist, der nicht regelmäßig einen Priester begrüßen kann. Schwester Katharina-Maria: „Es war schön für mich, wieder einmal deutsche Kirchenlieder singen zu können. Schön dass Sie uns hier in der Diaspora aufgesucht haben. Das hat unser Herz erhoben.“ Vadstena als Stadt mit einem mächtigen Wasserschloss der Wasa, einer Apotheke aus dem späten 19. Jahrhundert und dem ältesten Rathaus Schwedens, hat eine eigene Atmosphäre. Der Vätternsee präsentierte sich an diesem Tag sehr stürmisch.

Dienstag, 8.9.2015
Am Festtag „ Maria Geburt“, ging die Pilgergruppe in der alten Klosterkirche, „blaue Kirche“ genannt und Begräbnisort der Heiligen Birgitta, den Spuren Mariens im Leben der Heiligen nach. Lange verweilen drei Pilgerinnen beim Schrein ihrer Namenspatronin.
Weiter auf den Spuren der Heiligen Birgitta führte der Weg die Gruppe nach Alvastra zur Ruine des ehemaligen Zisterzienserklosters. Hierhin hatten sich Birgitta und ihr Mann nach einer mühevollen Wallfahrt nach Santiago de Compostela zurückgezogen. Er starb dort und ist in einer Seitenkapelle begraben. Die Ruinen von Alvastra geben beredtes Zeugnis ab vom klösterlichen Leben zur Zeit der Heiligen Birgitta.
Ganz in der Nähe liegt das neue Kloster Heliga Hjerta (heiliges Herz). Hier wird die Gruppe sehr liebevoll und gastfreundlich von Schwester Anna begrüßt. Die neue Klosteranlage, welche erst 1997 eingeweiht wurde, macht einen heimeligen, freundlichen und weltoffenen Eindruck. 1988 konvertierte hier die ganze Klostergemeinschaft zum Katholizismus. Dennoch ist Ökumene den Benediktinerinnen ein echtes Anliegen. Eine brennende Frage ganz aktuell ist für alle Klöster Schwedens die Situation der vielen Flüchtlinge, ist doch Schweden das Land, welches auf die Zahl der Einwohner bezogen, die meisten Flüchtlinge in Europa aufnimmt.
An diesem Abend und zum Abschluss der Pilgerreise waren alle eingeladen, sich in einer kleinen liturgischen Feier ihrer Taufe zu erinnern. Schweigend zieht die Gruppe danach mit brennenden Kerzen bei untergehender Sonne zum Kloster zurück.

Mittwoch, 9.9.2015
Früh startete die Gruppe gen Stockholm. Orientiert an den „Ich bin-Worten“ Jesu, beim Morgengebet im Bus, findet die Pilgerreise ihren geistlichen Abschluss. In Sigtuna, der ältesten Siedlung Schwedens, macht die Gruppe noch einmal Rast,
Auf dem Flughafen dann kam etwas Wehmut auf, denn nun galt es Abschied zu nehmen von diesem Land und den Pilgerinnen und Pilgern, die In diesen Tagen zu einer echten Pilgergruppe zusammengewachsen waren. Und bei allen, die dabei waren klingen wohl noch eine zeit lang die Worte der Heiligen Birgitta nach: „Herr, weise mir den Weg und mache mich willig, ihn zu gehen.

Evamaria Biel-Hölzlin
Rainer Moser-Fendel

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